Zurück ins Büro? Oder doch nicht!

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Auch wenn die Pandemie immer noch wütet und täglich Tausende in Quarantäne schickt, ist es doch Zeit nach vorne zu schauen. Die Frage ist nur wie und wohin? 

Besonders im Arbeitsleben stellen sich nun viele die Frage nach dem wie und wo. Wie sollen wir in Zukunft arbeiten und an welchem Ort? Die Pandemie hat Angestellte, wie Management, ins Homeoffice gebracht – oder zumindest an einen Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden.  

Ein Großteil der Wissensarbeiter:innen hat also sich in den letzten zwei Jahren mehr oder weniger eingerichtet und sich an die Arbeit im eigenen Heim gewöhnt. Und jetzt? Alles wieder rückgängig oder doch nur für einige Tage ins Unternehmen oder lieber gar nicht?  

Um diese Frage zielführend zu beantworten hat RingCentral, ein führender Anbieter von globalen Cloud-Kommunikations-, Videokonferenz-, Collaboration- und Contact-Center-Lösungen für Unternehmen, Ende 2021 Studie mit Ipsos durchgeführt. In Deutschland wurden insgesamt 3000 Voll- oder Teilzeitarbeitende zwischen 21-65 Jahren befragt. Ziel der Studie war es, zu verstehen, wie sich Verhaltensweisen, Routinen und Rituale rund um menschliche Beziehungen und die Verbundenheit am Arbeitsplatz als Folge der COVID-Pandemie19 verändert haben. Zusätzlich sollten zentrale Konfliktfelder, die heute aufgrund der sozialen Anpassungen, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer vorgenommen haben oder gerade vornehmen, bestehen, ausgemacht werden.  

2020 – Zeit des schnellen Wandels

Blicken wir also zunächst zurück in eine Zeit, in der viele von uns wie selbstverständlich noch jeden Tag ins Büro gefahren sind oder in der einige Tage Homeoffice als Privileg galten und eher Seltenheit waren. 2020 war diese Zeit plötzlich vorbei. Im März 2020 wurden wir alle in den Lockdown geschickt. Ad hoc mussten Arbeiter:innen ins Homeoffice – oft an heimische Wohnzimmertische oder auch in Abstellkammern mit Laptops, die nicht wirklich optimales Arbeiten zuließen.  

Seitdem hat sich einiges getan. Die Studie von Ipsos und RingCentral zeigt, dass einer von drei Deutschen in den letzten Jahren die Wohnung bzw. das Haus umgestaltet haben, um den Anforderungen des Arbeitsplatzes gerecht zu werden. Teils wurden neue Möbel angeschafft, teils Räume gewechselt oder sogar umgebaut. 

Aber nicht nur an Einrichtung und Wohnraum hat der Wechsel zum remote Arbeitsplatz etwas geändert. Besonders in der Kommunikation – der Art und Weise, wie wir mit Menschen interagieren – hat die neue Situation einiges bewirkt. Immerhin 60% der Deutschen gaben in der Studie von RingCentral an, dass Sie aufgrund von COVID stärker auf Kollaborationstools angewiesen waren. Meist genutzt dabei waren die Telefon- und Video-Funktionen, die größtenteils die persönliche Interaktion von Angesicht zu Angesicht ersetzten. Mit Erfolg, so scheint es, denn mehr als die Hälfte der Befragten (59%) sind der Meinung, dass Sprach- und Videoanrufe genauso gut sind, wie ein persönliches Gespräch – zumindest im beruflichen Umfeld.  

Also alles gut, oder? Dann sind anscheinend Homeoffice oder zumindest hybride Arbeitsplätze auf dem Vormarsch. Das wäre natürlich ideal und wünschenswert. Aber warum würde die Hälfte der Befragten (51 %) dann immer noch lieber im Büro als zu Hause arbeiten. Ist also doch nicht alles so ideal oder liegt es schlicht am Bedürfnis der Befragten nach direkter menschlicher Interaktion?  

homeoffice oder buero

Warum zurück ins Büro? 

Es gibt tatsächlich mehrere Gründe. Vielen fehlt das „Menscheln“ am Arbeitsplatz. Auch wenn die Anzahl der Video- und Sprachanrufe in den letzten zwei Jahren deutlich zugenommen hat und für eine große Anzahl der Befragten, das persönliche Gespräch auch ersetzt, in einem sind sich die Teilnehmer:innen der Umfrage doch einig: Durch Video fühlen sie sich menschlich nicht so sehr verbunden mit Ihren Kollegen und konnten deutlich weniger Empathie aufbauen.  

Die berufliche Kommunikation an sich funktioniert also auch per Collaborationsplattform ohne Probleme, doch so richtig menschlich, geht es nur von Angesicht zu Angesicht. Freundschaften schließen per Video oder den Kollegen auf privater Ebene näherkommen und Vertrauen aufbauen, dafür besteht bei der Videotelefonie anscheinend einfach immer noch zu viel soziale Distanz. Das bestätigen auch weitere Ergebnisse der Studie. Die deutschen Arbeitnehmer:innen schätzen die Instrumente, die es ihnen ermöglichten, die Kluft zu überbrücken und persönliche Interaktionen so weit wie möglich nachzuahmen. 89 % der deutschen Arbeitnehmer:innen sind der Meinung, dass Kollegen, die Sprachkommunikation nutzen, mehr miteinander interagieren. 48 % sind sogar der Meinung, dass die Online-Verbindung per Sprache oder Video genauso gut ist wie ein persönliches Gespräch, um im beruflichen Umfeld persönliche Beziehungen zu Kollegen aufzubauen. Wenn es aber darum geht Mitgefühl oder persönliche Verbundenheit zu zeigen, denken 57% das dies am Besten persönlich geschieht. Das Telefon (13%) oder die Videotelefonie (6%) sehen nur wenige als geeignet an. 

Aber ist das wirklich ein Grund, wieder komplett ins Büro zurückzuwollen?
Um diese Frage zielführend zu beantworten ist es wichtig einen Blick darauf zu werfen, welche der Befragten ihren Arbeitsplatz im Unternehmen tatsächlich einem Homeofficeplatz oder zumindest einem hybriden Arbeitsplatz vorziehen würden.  

Generation Z und Millennials vs. Generation X und Boomer 

Betrachtet man die Gesamtheit aller befragten Deutschen, zeigen diese sich generell ambivalent. Fast die Hälfte würde ebenso gern zuhause arbeiten wie im Büro. Etwa ein Viertel (23 %) der Millennials (25-34) wird sich allerdings einen neuen Job suchen, wenn ihr Arbeitgeber das Arbeitsmodell zu einem persönlichen – vor Ort-gebundenen-Modell ändert.  

Die ältere Generation der 55-64 jährigen schätzen den persönlichen Kontakt deutlich höher als den rein virtuellen. Das zeigt eigentlich, was uns im Alltag in vielen Situation bereits deutlich bewusst ist: Die jüngere Generation, die bereits mit den digitalen Medien aufgewachsen ist und für die mobiles und hybrides Arbeiten nicht Neues ist, hat sich schnell an die neue Normalität angepasst und möchte diese auch nicht mehr missen. Sie nutzen die unterschiedlichen Kommunikationsmöglichkeiten deutlich öfter und auch im privaten Umfeld. Der Gruppenchat, bei den 55-65 jährigen eher mäßig beliebt, wird bei fast der Hälfte der 21-24 jährigen als top Collaboration-Werkzeug angesehen. In einem sind sich alle Teilnehmer allerdings einige, die Kommunikation per Sprache ist die beste Wahl, wenn es darum geht, Dinge zu erklären oder Emotionen zu transportieren.  

Fassen wir also zusammen. Trotz ambivalenter Haltung, scheint die neue Normalität mit Homeoffice und hybriden Arbeitsplätzen in den Köpfen und im Alltag vieler Arbeitnehmer:innen angekommen zu sein. Die jüngere Generation konnte sie aber schneller und besser adaptieren und nutze die neue Arbeitsweise, um sich mehr zu fokussieren beispielsweise sich eingehender ihrer Karriere zu widmen (52%). Im Punkt Kommunikation sind sie es, die die neuen Werkzeuge, wie Video oder Kollaborationsplattformen leichter und vielfältiger nutzen, vermutlich, weil es für sie auch vor dem ersten Lockdown bereits zum Alltag gehörte. 

Für viele, die hauptsächlich aus dem Wunsch heraus, wieder mit Menschen persönlich zu interagieren, scheint reines Homeoffice tatsächlich keine Lösung zu sein. Eine hybride Lösung, bei der sich das Team an einzelnen Tagen trifft und der Fokus im Büro tatsächlich auf persönlicher Interaktion liegt, scheint ein hybrides Modell optimal zu sein.  

Wo geht es also hin in der Zukunft? Ins Büro oder doch ins Homeoffice? Die Antwort: Beides! Moderne Kommunikations- und Collaborationslösungen, beispielsweise von RingCentral versetzen Arbeitnehmer:innen in die Lage, aus der Ferne die persönliche Kommunikation so gut es geht nachzuahmen. Persönliche Treffen, gemeinsam vor Ort geben zusätzlich die Möglichkeit Bindungen aufzubauen.  

Ursprünglich veröffentlicht 21 Apr, 2022

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